Mama macht das jetzt! Mein erster Tandemsprung

Ich habe keine schönen Wochen hinter mir. Genau genommen waren die letzten 3 Wochen sogar ziemlich beschissen. Ich habe während meines Urlaubs die für mich sehr schmerzhafte Erfahrung machen müssen, dass mein Arbeitgeber und ich nicht so gut zusammenpassen, wie ich bis dahin annahm. Seitdem habe ich mich in mich zurückgezogen, geschwiegen, nachgedacht und weiter geschwiegen. Schweigen ist bei mir grundsätzlich KEIN gutes Zeichen! Wenn ich zwischendurch doch mal etwas gesagt habe, dann endete das meist im Streit. Egal mit wem.

Aber letzte Woche reichte es. 3 Wochen waren genug und ich habe beschlossen, Dinge zu tun, die mich glücklich machen. Immerhin habe ich ja nun Zeit. Ich kann gar nicht mehr sagen, wie ich eigentlich darauf kam, aber irgendwann saß ich vor meinem MacBook und schaute mir auf Youtube Videos von Tandemsprüngen an. Vielleicht erinnert ihr euch an meinen Artikel Von Wünschen, Glück und Zufriedenheit von vor ziemlich genau einem Jahr? Damals überlegte ich, was ich mir so kurz vor meinem Geburtstag wünschen könnte und beschloss, mich aus einem Flugzeug zu stürzen. Natürlich mit Fallschirm. Schenken lassen wollte ich mir das nicht. Aus purem Aberglaube, dass etwas schiefgehen und sich der Schenkende ewig Vorwürfe machen würde. Nunja, zu Weihnachten schenkte meine Mama mir dann doch einen Fallschirmsprung. Und sich selbst auch. Vor einigen Wochen machten wir dann den Termin fest. Der 13.9.2015 sollte unser Tag werden…

Aber der 13.9. war mir ehrlich gesagt noch zu weit weg. Ich schaute diese Videos und mit jedem Absprung, den ich sehend begleitete, klopfte mein Herz und ich wollte das auch. SOFORT! Ich brauchte ganz dringend Adrenalin. Und dann ging alles sehr schnell. Eine Freundin, die selbst springt, gab mir den Tipp, dass ich mit einer Last Minute Buchung für nur 159€ springen könne. Was dann folgte, war ziemlich verrückt: Kopf aus, Seite auf, Datum ausgewählt (der FOLGETAG!), gebucht! Und dann saß ich kurz schreiend vor dem Laptop!

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Das war schon ziemlich krass und ich sagte mir die ganze Zeit: NICHT DRÜBER NACHDENKEN! NICHT DRÜBER NACHDENKEN!

Ich hab’s bis auf meinem Mann und meiner Freundin niemandem gesagt. Ich wollte weder, dass mich jemand nervös macht, noch mir einredet, dass ich es mit 2 kleinen Kindern besser lassen sollte. Und ich wollte allein zum Flugplatz. Ohne Zuschauer, ohne Händchenhalter, ohne Gut-Zu-Reder. Ich musste mir das jetzt einmal beweisen, dass ich mutig bin. Und ein bisschen verrückt. Es war ein großartiges Gefühl! Die Nervosität kam am Abend trotzdem. Aber die Vorfreude war größer! Gegen 2 Uhr konnte ich endlich schlafen. Von dort waren es nur noch 8 Stunden!

Am nächsten Morgen wachte ich sehr entspannt auf. OH MEIN GOTT, ICH SPRINGE GLEICH AUS EINEM FLUGZEUG UND ICH BIN DIE RUHE SELBST! Als kleines Understatement zog ich mein FEARLESS T-Shirt an. Kann man schon mal machen an so einem Tag!

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Kurzer Check auf’s Wetter: Traumhaft – genau SO habe ich mir das vorgestellt!

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Ein letztes Bild mit meinen beiden Mäusen. Da war mir dann doch kurz etwas mulmig. Aber ich ziehe das jetzt durch! #MamaMachtDasJetzt

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Die beiden hab ich um 8 in der Kita abgegeben. Hui, da war mein Herz kurz schwer. “Mama, wer holt uns heut ab?” – “Ich, nachher um 15 Uhr! Bis später, Mausi! Ich hab dich lieb!”

Anschließend bin ich schnell nach Hause, habe etwas gegessen (Ja, ich hatte wirklich einen Bärenhunger trotz wachsender Anspannung!) und bin gegen 8:45 Uhr auf die Autobahn gefahren.

Mein Beifahrer war Gott sei Dank sehr schweigsam und hat sich still und leise mit mir gefreut.

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Zwischendurch ein kurzer Nervenkitzel: STAU. Ruhig bleiben Jessika, du kommst da pünktlich an. Das Navi stimmte mir zu. Die knapp 80km schaffst du in 50 Minuten locker. 9:50 Uhr: Abfahrt Fehrbellin. Jetzt wird’s ernst! 9:59 Uhr: Flugplatz Fehrbellin. Punktlandung!

Am Ende wird alles gut! Und wenn es nicht gut ist, ist es noch nicht das Ende!

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Mein letztes Lebenszeichen an meine Online-Welt:

So sieht das also von oben aus… Na ich werd mir das gleich mal selbst ansehen. Zum Glück habe ich jetzt Kontaktlinsen und kann ALLES erkennen.

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Hallo ich bin Jessika und tatsächlich so gut gelaunt und ziemlich entspannt. Was ist nur mit mir los? Ich springe gleich aus 4000 Metern in die Tiefe und habe nicht mal kalte, nasse Hände?

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Bevor es losgehen konnte, erfolgte eine kurze Einweisung am Boden. Quasi einmal Trockenschwimmen.

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Und so sitzen wir dann oben an der geöffneten Luke und du legst deinen Kopf nach hinten, klappst die Beine unter das Flugzeug und schiebst das Becken nach vorne. Easy, das krieg ich hin…!

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Wenn ich dir auf die Schulter klopfe, kannst du deine Arme vom Gurt nehmen und ausbreiten. (Ich war immer noch die Ruhe selbst!)

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Wie jetzt, Bauchmuskelübungen? Beine anziehen, Hände in die Kniekehlen und landen. Eigentlich ganz einfach, so ein Fallschirmsprung!

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Wir hatten Spaß und planten schon mal meine Fallschirmspringer-Ausbildung. Wirklich. Nervös war ich immer noch nicht. Nur gespannt und voller Vorfreude.

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Hallo Schild! Dich kenne ich aus den ganzen Videos, die ich mir angesehen habe.

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Humor haben die ja auf dem Flugplatz.

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Oh. Die! Ist! Aber! Klein! Ach übrigens Jessika, du steigst zuerst ein. Wir springen als letzte aus der Maschine. Ähm, was? Wir sind die leichtesten. Die anderen springen alle vor uns. Kurzer Blick in mein Kopfkino? WIE, ICH MUSS MIR ANGUCKEN, WIE DIE ALLE VOR MIR AUS DER MASCHINE SPRINGEN? Puh…cool bleiben.

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Lächeln! Runter kommen sie schließlich alle!

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So, dann werd ich mal als erste da rein…

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Das wird ein Spaß! Ja, es fühlt sich verdammt gut an und ich freue mich! Ich bin schon ein bissel verrückt. OH MEIN GOTT! (Vor lauter Freude habe ich mir nicht mal Gedanken drüber gemacht, dass ich rückwärts in einer kleinen Propellermaschine sitze!)

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Der Höhenmesser sagt, wir sind auf 1000 Meter. Reicht eigentlich, oder?

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Der nette Herr neben mir (ich musste die ganze Zeit denken, dass der aussieht wie Udo Jürgens) erklärte mir, dass unter uns der Ruppiner See ist. Ortskunde inklusive.

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Der Höhenmesser sagt 3000 Meter. Die letzten Vorbereitungen werden getroffen. Bei Danny einhaken, Gurte stramm ziehen, Fliegerkappe und Brille auf und gaaaaaanz locker bleiben. War ich zu dem Zeitpunkt tatsächlich noch.

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Da ist nicht gerade wirklich der erste einfach so aus der Maschine gesprungen, oder? ODER?

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4000 Meter. Endstation. Puh…

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Viel Glück euch da drüben!

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Nicht drüber nachdenken, Jessika. NICHT NACHDENKEN!

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Puh….

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HEILIGE SCHEIßE IST DAS HOCH! Und wer hatte eigentlich diese verrückte Idee?

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Kopf nach hinten legen, Füße unter die Maschine klappen, Becken nach vorne schieben und LÄCHELN! OH GOTT DAS WIRD SO GEIL!

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Kopfüber mit 200km/h auf die Erde zu rasen – WAHNSINN!

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Was für ein unbeschreibliches Gefühl!

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Das war definitiv die richtige Entscheidung! Was für ein Spaß!

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Lass besser den Mund zu, sonst siehst du aus wie ein aufgeblasener Hamster. Zulassen war auch nicht besser. Da sieht man aus wie ein Faltenhund.

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Fast eine Minute freier Fall – genießen!

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Ok, atmen war schwer. Wirklich schwer. Das war aber auch ein Gegenwind bei 200 Sachen…!

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Wir sind fast bei 2000 Metern angekommen – jetzt heißt es Arme wieder an den Gurt und Fallschirm ziehen!

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Aufgegangen!

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OH MEIN GOTT! Was für ein Erlebnis! Was für ein Spaß! Unbeschreiblich!

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Ein kurzes Foto für die Nachwelt!

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Und dann durfte ich selbst steuern und die Aussicht genießen!

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Wir hatten so tolles Wetter.

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Bereitmachen zur Landung!

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Wahnsinn! Ich hab das wirklich getan. Unfassbar! Mein Körper sprudelte nur so vor Adrenalin und Endorphinen!

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Hallo Welt! Ich hab das tatsächlich gemacht! Ziemlich mutig! Ich bin stolz auf mich! Jetzt könnte ich bitte einmal umarmt werden!

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Achja, jetzt war eigentlich ein guter Zeitpunkt, um mal meiner Mama zu schreiben…

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So cool! Wenn es da nicht schwarz auf bunt stehen würde – ich könnte es kaum glauben!

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Was für ein verrückter Tag. Als ich mein Video in den Händen hielt, bin ich einfach ins Auto gestiegen und wieder nach Berlin gefahren, habe meine Kinder aus der Kita geholt und einmal fest in den Arm genommen. So, als sei nichts gewesen.

So und hier nun der ganze Spaß in bewegtem Bild. Ich hab’s selbst schon etliche Male gesehen und kann es kaum glauben, dass ich das wirklich getan habe. Und das beste ist: Am 13.9. springe ich schon wieder. Dann zusammen mit meiner Mama und der Oma meiner Cousins. Ladys, ich verspreche euch: Unser Tandemsprung wird so toll!

Sagte ich schon, dass das ein unfassbares Erlebnis war? Ich habe das wirklich getan. YEAH!

3 Kommentare on Mama macht das jetzt! Mein erster Tandemsprung

  1. Boris
    13/09/2015 at 20:20 (4 Jahren ago)

    Seeehr cool, Frau Rose 🙂 Habe das vor Jahren auch mal gemacht und weiss, dass da viel Mut dazugehört! Ich hätte seinerzeit aus Angst beinahe abgebrochen, bis dann einfach den Verstand abschaltete und sprang.. Ist ein Gefühl grenzenloser Freiheit!

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  2. Anke
    13/09/2015 at 20:20 (4 Jahren ago)

    Hab ich vor Jahren auch gemacht und wäre fast gestorben dabei vor Angst. Wenn da oben die Flugzeugtür aufgeht, dann rast das Herz. Aber jetzt wäre ich wieder soweit, mich noch mal zu trauen.

    LG Anke

    Antworten
  3. Sebastian
    08/01/2018 at 21:48 (1 Jahr ago)

    Super interessanter Bericht. Bin auch schon lange am überlegen einen Fallschirmsprung zu machen. Wohne in der Nähe von Nürnberg und habe das hier gefunden *Link entfernt

    Klingt echt mega geil…aber schiss habe ich schon :/

    Beste Grüße
    Sebastian

    Antworten

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