Interview: 8 Fragen an Lucie Marshall

Im Oktober habe ich euch Lucie Marshall’s Buch “Auf High Heels in den Kreißsaal” vorgestellt, in dem sie ihre Leser offen, unterhaltsam, aber auch kritisch an ihrer Schwangerschaft und den ersten beiden Jahren mit ihrem Sohn Sam teilhaben lässt.

Lucie Marshall heißt eigentlich Tanya Neufeldt und ist Schauspielerin, Moderatorin und erfolgreiche Bloggerin. Auf ihrem gleichnamigen Blog schreibt sie witzig, sehr direkt und manchmal auch mütterlich nachdenklich über das Leben mit ihrem Sohn Sam.

Ich hatte das Glück, Tanya Ende September bei einer ihrer Buchlesungen in Berlin zu treffen und bat sie, mir ein paar neugierige Fragen zu beantworten. Danke Tanya, dass du dir die Zeit dafür genommen hast! 

Du schreibst regelmäßig deinen Blog Lucie Marshall. Wie entstehen deine Geschichten und wann schreibst du sie auf?

Ich erfinde die Geschichten ja nicht, sondern sie entstehen im Alltag. Manchmal ist es ein nur ein Satz, den ich höre und der mich nachdenklich stimmt, oft sind es Erlebnisse mit meinem Sohn.
Ich schreibe immer im Kopf vor und dann setze ich mich zwischendrin schnell hin und schreibe sie auf.

Wann kam dir die Idee, ein Buch zu schreiben?

Die Buchidee war vor dem Blog. Aber mir wurde immer wieder von Verlagen als Feedback zu meinen ersten Seiten gesagt, dass ich mehr polarisieren müsste: Mehr PRO Kinder oder eben GEGEN Kinder. Aber mich interessiert ja gerade der Spagat, den die meisten von uns vollführen. Und so ist der Blog entstanden. Ich wollte einfach mal schauen, wie denn die Reaktionen der Leser sind.

Lucie probiert mit Sam einiges aus – Pekip, Frühförderung, etc. und stellt dabei immer wieder fest, dass es einen eigenen, meist entspannteren Weg gibt, den man mit seinem Kind gehen kann. Was kann Lucie von Tanya lernen und umgekehrt?

Das ist schwer zu beantworten. Mit Lucie lebe ich ja eine Seite von mir aus, darum ist das nicht so richtig zu trennen. Lucie findet vielleicht schneller zu der leichten, humorvollen Ansicht der Dinge. Da könnte sich Tanya manchmal ein Stück von abschneiden.

Lucie spricht offen und unverblümt aus, was so ziemlich alle Eltern denken und erleben. Musstest du dich für deine Offenheit gerade in Zeiten der sog. „Mommy Wars” jemals rechtfertigen?

Nein überhaupt nicht. Ganz im Gegenteil. Ich höre eigentlich immer: „ENDLICH! Ich bin nicht allein!“

Wie reagiert deine Familie darauf, dass euer Familienleben Steilvorlage für Lucies Geschichten ist?

Im Blog haben alle andere Namen und ich berichte ja auch immer aus Lucies Sicht. Das ist immer eine Gradwanderung, die Privatsphäre zu erhalten, aber bisher hat sich noch keiner beschwert.

Deine Lieblingsstelle im Buch?

Puh, das kann ich schwer auf eine reduzieren.

Das Kapitel der „Zu Hause“ über die Geburt war eine schwere Geburt. Wie beschreibt man so etwas Intimes und Lebensveränderndes? Ich mag die Kürze und die Kraft.
„Der Postbote klingelt hier schon lange nicht mehr“ ist für mit Abstand das lustigste Kapitel und es bringt genau den Humor auf den Punkt, den man sich dringend zulegen sollte, wenn man Mutter wird. Und das letzte Kapitel hat für mich die Kraft einer Versöhnung. Und ich mag die Liebe und die Wärme.

Inwiefern hat dein Sohn dein Leben verändert?

Wo soll ich anfangen? Er hat es einmal auf den Kopf gestellt.

Was ist für dich Liebe? Und hat sich der Begriff durch die Geburt deines Sohnes verändert?

Die Liebe zu meinem Sohn hat für mich nochmal eine andere Dimension eröffnet. Sie hat für mich etwas Archaisches, wie eine unsichtbare Nabelschnur. Und wie das so ist mit tiefer Liebe: Nichts und niemand berührt mich so stark wie mein Sohn, aber niemand kann mich auch so in den Wahnsinn treiben wie er.

Übrigens hat Tanya a.k.a. Lucie Marshall vor einigen Wochen eine Blogparade gestartet, in der Mütter abseits von jeglicher Selbstkritik endlich mal loswerden können, was sie tolles leisten.
Unter dem Hashtag #MOMSROCK können alle teilnehmen und auf ihrem Blog, via Facebook oder Twitter oder aber ganz oldschool per Mail an lucie@luciemarshall.com erzählen, was sie in Bezug auf ihre Kinder wirklich gut gemacht haben. Wem das Eigenlob schwerfällt, der kann natürlich auch über eine Mutter aus dem Umfeld schreiben und erzählen, was sie hinsichtlich ihres Mutterseins sensationell hingekriegt hat!

Einsendeschluss ist der 31.12.2014. Im Anschluss gibt es eine Auflistung aller Teilnehmer auf Lucie’s Blog!

Also, nichts wie los und eine Runde Schulterklopfen!

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